Nur gemeinsam funktioniert Tourismus – Orte & Regionen & TVBO

Nur gemeinsam funktioniert Tourismus – Orte & Regionen & TVBO

Osttirol mit seinen Möglichkeiten und dem großem Potenzial touristisch auf die Überholspur zu bringen, ist das Ziel vom Team Osttirol & der Liste Schultz. Dies entspricht auch den Vorstellungen der Mitglieder des TVBO, anders kann das Wahlergebnis nicht interpretiert werden. Jetzt gilt es, geeignete Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen. Eine wesentliche Rolle dabei wird die neue Geschäftsordnung des TVBO spielen, denn nur wenn diese gut aufgesetzt ist, können wir gemeinsam effizient arbeiten.

Auf Antrag der Aufsichtsräte des Team Osttirol und der Liste Schultz wurde im Aufsichtsrat des TVBO einstimmig beschlossen eine neue Geschäftsordnung zu erarbeiten. Wesentlicher Bestandteil dieser Geschäftsordnung ist das Einbinden der Orte und Leistungsträger in den Tälern. In drei durchaus konstruktiven Arbeitssitzungen konnten wir vom Team Osttirol unsere Vorstellungen zu einem großen Teil einbringen. Bis ein beschlussfähiges Papier vorliegt, wird es jedoch noch weitere Sitzungen brauchen. Wir benötigen erfolgreiche touristische Hotspots und keine aufgeblasenen Strukturen. Diese Hotspots müssen auch mit Kompetenzen ausgestattet werden. Das bisherige System der vier Regionen, welche lediglich beratende Funktionen hatten und zudem ohne eigenes Budget ausgestattet war, hat in den letzten Jahren zu einer Zentralisierung geführt. Die Orte und Täler wurden geschwächt. Genau das Gegenteil muss passieren, denn der größte Teil der touristischen Wertschöpfung Osttirols kommt aus den Tälern.

Auch wenn der Gesetzgeber kein eigenes Budget für informelle Beratungsgremien, (so die korrekte Bezeichnung der Arbeitsausschüsse) vorsieht, besteht unserer Ansicht nach die Möglichkeit in der Geschäftsordnung geeignete Rahmenbedingungen zu formulieren, so dass ein aktives Mitarbeiten an neuen Projekten auch erfolgen kann.

Wir möchten an dieser Stelle anhand eines Beispiels darlegen, in welche Richtung wir denken. Es geht uns vorrangig nicht darum, Budgets für Orte und Täler zu definieren, da dies wieder nur zum vielfach gefürchteten Gießkannenprinzip führen würde. Sondern viel mehr wollen wir sinnvolle Arbeitsabläufe aufzuzeigen und so gemeinsam (Orte & TVB) neue Projekte rasch & erfolgreich umsetzen. Unserer Meinung nach braucht es gut funktionierende Ortsausschüsse in welchen neue Ideen, angedachte Projekte oder auch Problemstellungen diskutiert und erst-evaluiert werden. Neue Projekte müssen zu allererst von Seiten der Ortsverantwortlichen für sinnvoll erachtet werden. Nach Prüfung dieser muss eine Vorstellung der Projekte bei den operativen Verantwortlichen im TVB erfolgen. Die Verantwortlichen für Infrastruktur, Produktentwicklung und Vermarktung müssen hier gemeinsam mit einem jeweiligen Ortsverantwortlichen abklären ob die vorgestellten Projekte der Destinationsstrategie gerecht werden, entsprechende Nachfrage am Markt erzielen können und so auch für Osttirol sinnvoll sind. Erst nach dieser positiven Beurteilung sollten Vorstand und Aufsichtsrat über die budgetären Rahmenbedingungen entscheiden.

Wir sehen somit ein 3 stufiges Evaluierungsverfahren. Der Budgetrahmen muss unserer Meinung nach jährlich zum gleichen Zeitpunkt (vorzugsweise im Herbst) für ALLE Projekte in Osttirol definiert werden, um für alle dieselben Rahmenbedingungen zu schaffen. Im gesteckten Budgetrahmen können und müssen dann die Ortsverantwortlichen an der Umsetzung der Projekte arbeiten können und sich im direkten Austausch mit den operativen Mitarbeitern um die Bewerbung und Einführung am Markt kümmern.

Unserer Meinung nach geht es nicht darum möglichst viel Budget in die einzelnen Orte direkt zuzuweisen, sondern Prozesse & Abläufe zu definieren, so dass einerseits wieder ein kreativer Umgang mit Ideen erfolgt und anderseits die Motivation des Mitarbeitens in den Orten gesteigert wird. Dazu bedarf es Planungssicherheit, Vertrauen und auch die Möglichkeit zum Abarbeiten von definierten Arbeitsschwerpunkten.

Sowohl Marketingaktivitäten wie auch Infrastrukturmaßnahmen können sinnvollerweise nur in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Orten und deren Leistungsträgern in Angriff genommen werden. Dazu bedarf es einer lückenlosen Arbeitskette vom Vorstand über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis hinaus in die Region welche im Organigramm ersichtlich dargestellt werden muss. Frühzeitig Planung der Aktivitäten und der sorgsame Umgang mit den finanziellen Mittel ist hier einmal mehr der Schlüssel zum Erfolg. Dadurch erst bekommen Orte, Regionen und auch in Angebotsgruppen organisierte Leistungsträger den nötigen Einblick und können mit ihrer Mitsprache mitgestalten.

Zusätzlich zu den einzurichtenden Arbeitsgruppen in ganz Osttirol abhängig von Nächtigungszahlen, benötigen wir einen themenbezogenen Zugang. Dadurch gelingt uns die Vernetzung der Arbeitsausschüsse untereinander und das Zusammenführen von Angebotsgruppen. Es kann effizient an einem Thema gearbeitet werden. Auch hier benötigen wir den lückenlosen Weg vom Thema bis hin zur Positionierung am Markt. Das entscheidende ist die Zusammenarbeit mit der operativen Ebene im TVB, welche im Idealfall auch die Leadrolle übernimmt, und somit als Projekt- bzw. Prozessmanger für die Leistungsträger vor Ort fungiert.

Die Grundvoraussetzung diesen kreativen Weg gehen zu können, sehen wir erst dann gegeben, wenn es in der Geschäftsordnung des TVB formuliert und berücksichtigt wird. Keinesfalls können und wollen wir die gesetzlichen Rahmenbedingungen verlassen. Wenn wir Osttirol mit seinen 33 Gemeinden touristisch vorwärtsentwickeln wollen, müssen wir die Voraussetzungen dafür herstellen, die Geschäftsordnung spielt dabei eine wichtige Rolle.

Wir freuen uns auf euer Feedback und eure Ideen!

Martin Gratz
Obmann Team Osttirol