Landwirtschaft und Tourismus -mit heimischen Ressourcen zum Erfolg

Landwirtschaft und Tourismus -mit heimischen Ressourcen zum Erfolg

Es ist kein Geheimnis, der Gast schätzt es sehr Produkte auf demTeller zu genießen, welche vor Ort erzeugt werden und über kurze Wege zum Endverbraucher gelangen. Gründe dafür gibt es genug. Zum einen schätzt der Konsument die Qualität und zum anderen spielt auch der Umweltgedanke eine große Rolle. Vielfältig sind aber auch die Gründe aus Sicht der heimischen Wirtschaft, vor allem der Landwirtschaft. Nicht zuletzt findet man zudem gute Argumente aus Sicht der Gastronomie und Beherbergungsbetriebe.

Margit Steiner – Urlaub am Bauernhof Gerlhof in Obernußdorf nennt uns heute ihre persönlichen Gründe, warum es für sie wichtig ist,  die Zusammenarbeit von Tourismus und Landwirtschaft weiter zu intensivieren:    

  • Die Osttiroler Kulturlandschaft ist als ästhetisches Qualitätsmerkmal für den heimischen Tourismus ein wichtiges Marketinginstrument, dies muss vielen noch bewusst gemacht werden, dass ohne der Landwirtschaft unser unmittelbares Umfeld sich anders darstellen würde.
  • Kulturlandschaft/Landwirtschaft gehört allerdings nicht nur als Schaufenster genutzt – sondern es müssen Wege gefunden werden, um eine echte WIN-WIN-Situation für beide Seiten zu ermöglichen.
  • Besonders viehhaltende Landwirtschaft leistet einen zentralen Beitrag zum Erhalt eines attraktiven Landschaftsbildes und einer abwechslungsreichen ländlichen Kulturlandschaft. Gerade dieses Bild wünscht sich der Gast und danach sehnt er sich.
  • Die kleinen bäuerlichen Betriebe produzieren nachhaltig und authentisch echte Lebensmittel – die es gilt noch besser an die Gäste/Konsumenten zu kommunizieren und zu vermarkten. (Geschichten erzählen, Sehnsüchte wecken, unverwechselbare Erlebnisse für zu Hause gestalten, Erinnerungen wecken…)
  • Gerade in einer abgelegenen Region wie Osttirol ist es wichtig, wirtschaftliche Alternativen wie z.B. nachhaltigen Tourismus zu fördern und neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen, um die Attraktivität und die Lebensqualität in Osttirol aufrechtzuerhalten.
  • Ein natur- und sozialverträgliches Urlaubsangebot zwischen Tourismus und Landwirtschaft ist ein echter Zukunftsgarant.
  • Ein wichtiges Instrument zur Belebung der Region Osttirol kann auch ein noch stärkerer Aufbau von regionalen Kooperationen im Bereich Landwirtschaft, Gastronomie/Handel & weitere sein – ganz nach dem Motto Tourismus trifft Landwirtschaft.

Ein Blick hinter die Kulissen zeigt aber auch auf, wie schwer es ist diese Ressource für alle Beteiligten nutzbar zu machen. Es wird in diesem Blog nicht möglich sein alle Betätigungsfelder mit einer Analyse und Lösungsansätzen zu beleuchten. Vielmehr geht es darum anzuregen sich mit dieser, noch zu wenig genutzten Möglichkeit und Chance, intensiv auseinander zu setzen. Wie in allen Bereichen setzt es eine ganzheitliche Betrachtungsweise voraus. Die Kette vom Erzeuger bis hin zum Konsumenten muss lückenlos funktionieren. Wir freuen uns, wenn auch du deine Gedanken und Ideen einbringst zu diesem für uns alle so wichtigen Thema. Es ist uns wichtig einen ganzheitlichen Denkansatz zu haben, daher laden wir auch alle ein, die eine Affinität zum Thema Landwirtschaft & Tourismus haben, in diesem Bereich mit uns gemeinsam neue Ideen zu entwickeln.

Die Genuss Region Österreich, (dabei handelt es sich um eine geschützte Marke der Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH und des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft), sieht sich in erster Linie als Informationsstelle für die Bevölkerung. Die Vorteile sind klar definiert und auf der Homepage leicht verständlich nachzulesen. Es gibt zahlreiche Genussregionen wobei Osttirol mit „Osttiroler Berglamm“ und „Osttiroler Kartoffel“ aufscheint. Der Blick hinter die Kulissen offenbart die Tatsachen, dass es für den Produzenten ein holpriger Weg ist die Produkte anzubringen und für den Gastronom aufwendig das Produkt zu beziehen. Auch Betriebe sind gelistet. Sucht man nach Genuss-Wirten findet man in der Stadt Lienz 6 und in Matrei 9 Restaurants und Lokale. Das ist eine durchaus erfreuliche Entwicklung und trotzdem, es gibt noch viel Luft nach oben. Mit dem Stadtmarkt Lienz der jedes Wochenende zum Einkaufen einlädt und dem Talmarkt in Matrei, wurden weitere wichtig wichtige Akzente in Osttirol gesetzt, genauso wie die kleinen Bauernläden in den Orten & Tälern. Die jüngste positive Initiative ist die Almsennerei Tauer. Viele Hoteliers und Köche in der Region bemängeln allerdings auch die fehlende Verfügbarkeit und die Konstanz in der Qualität.

 

Dazu meint Philipp Jans vom Figerhof in Kals und Obmann des Direktvermarktungsgenossenschaft Matrei:

Tatsächlich sind noch einige Hürden zu nehmen und es gibt sehr viele Argumente die dagegen sprechen und beschreiben warum es nicht funktioniert. Am Beginn muss uns aber klar sein, es kann nur gelingen wenn wir gemeinsam denken. Die gegenseitige Wertschätzung sind für ihn Grundvoraussetzung. Notwendig sein wird auch eine Organisation als Bindeglied vom Erzeuger zur Endvermarktung. Es gibt bereits gute Ansätze  im Bezirk, jedoch hinken wir weit hinter her, wenn man sich die Umsetzung in anderen Regionen ansieht. Serfaus lebt die Kooperation Tourismus und Landwirtschaft schon seit über 20 Jahren und ist damit durchaus erfolgreich. Der Gastwirt meldet seinen Bedarf und der Landwirt schlachtet und produziert. Auch hier liegt der Schlüssel zum Erfolg in einer zentralen Servicestelle.

Eine große Herausforderung ist es den Fokus nicht nur auf „Edelteile“ zu richten, sondern auch die „Randprodukte“ erfolgreich zu positionieren. Eine Möglichkeit sind kreative Produkte von Würste bis hin zu Fleischkäse. Es wird noch viel Anstrengung nötig sein, um in diesem Bereich eine Wertschöpfung für die heimische Wirtschaft zu erwirtschaften. Ein Blick über unsere Grenzen hinaus zeigt aber, dass es möglich ist. Am Beginn dieses Prozesses muss aber ein gemeinsamer Willen stehen.

Über diesen gemeinsamen Willen freuen wir uns beim Team Osttirol sehr und sind gespannt, welche Ideen & Konzepte gemeinsam mit unserem Team und allen die Interesse haben in den nächsten Wochen und Monaten entstehen.

Von einer erfolgreichen Umsetzung dieser gehen wir für die Zukunft aus, da uns die Wichtigkeit und Notwendigkeit dessen bewusst ist.

Margit Steiner, Philipp Jans & Martin Gratz

 

Warum Sie zur Wahl gehen sollten!

Warum Sie zur Wahl gehen sollten!

Liebe Osttirolerinnen und Osttiroler!

Es freut mich, dass ihr in unserem Blog vorbeischaut und euch die Zeit zum Lesen nehmt. Ich möchte in den nächsten Wochen diesen Blog gemeinsam mit meinem Team nutzen, um über aktuelle Themen den Gedankenaustausch zu pflegen, euch an unseren Überlegungen teilhaben lassen und auch durchaus kritische Themen ansprechen.

Eure Kommentare und Rückmeldungen sind jederzeit willkommen und ich freue mich über eine rege Kommunikation mit euch, sei es über diesen Blog, unseren Facebook – Kanal oder im persönlichen Gespräch. Seit Jahren fällt mir in verschiedenen Gesprächen auf, dass wir Osttiroler unser TVB Wahlsystem sehr stark hinterfragen. Eine gewisse Frustration hat sich breit gemacht und ich kann gar nicht sagen, wie oft ich die Aussage gehört habe: „Es bringt doch nichts zur Wahl zu gehen, es entscheidet ja sowieso alles die Stimmgruppe 1. Die machen sich das untereinander aus und fertig, warum soll ich da dann überhaupt zur Wahl gehen?“.

Es mag stimmen, dass sich über die Jahre das Gefühl verfestigt hat, man könne nichts ändern und habe kein Mitentscheidungsrecht. Die Wahrheit ist eine andere, wir alle haben es in der Hand, ob es eine touristische Veränderung gibt oder nicht. Das Wahlsystem als solches bietet uns diese Möglichkeit sehr wohl, nur müssen wir sie nutzen.

Viele haben eine falsche Annahme darüber, wie unser Wahlsystem funktioniert und daher möchte ich die Gelegenheit gleich in unserem 1. Blog nutzen, dies richtig zu stellen.

Es ist richtig, dass es 3 Stimmgruppen gibt und hier innerhalb der Stimmgruppen eine Gewichtung vorliegt.
Die Stimmgruppe 1 besteht aus 33 Wahlberechtigten, die Stimmgruppe 2 aus 179 und die Stimmgruppe 3
aus 3949 Wahlberichtigen. Vielfach herrscht die falsche Annahme vor, dass somit eine Stimme aus Gruppe 1
gleich viel zählt wie 120 Stimmen aus Gruppe 3.

Richtig ist jedoch, dass jede Stimmgruppe für sich ihre Mitglieder im Aufsichtsrat wählt und hierbei jede Stimmgruppe jeweils 4 Aufsichtsräte stellt. In Summe somit 12 Aufsichtsräte plus 2 Bürgermeister, welche bis zur nächsten Gemeinderatswahl BGM Ing. Matthias Scherer aus Obertilliach und BGM Anton Steiner aus Prägraten sind. Hier ist schon ersichtlich, dass es sehr wohl wichtig ist zur Wahl zu gehen, denn nur wenn man die Personen seines Vertrauens aus seinem bevorzugten Team in den Aufsichtsrat wählt, hat man die Gewissheit gut vertreten zu sein. Dazu braucht es wiederum innerhalb der eigenen Stimmgruppe die entsprechenden Anzahl an Wählern mit ihren Stimmen.

In weiterer Folge wählen die 12 Aufsichtsräte gemeinsam mit den beiden Bürgermeistern den Aufsichtsratvorsitzenden, den Obmann und den Vorstand. Im Aufsichtsrat zählt jede Stimme gleich viel, egal ob es ein Aufsichtsrat aus Stimmgruppe 3 oder 1 ist. Es ist daher wichtig, als Team in den jeweiligen Stimmgruppen eine möglichst hohe Anzahl an Aufsichtsräten zu stellen, um so am Ende auch Einfluss auf die Wahl des Obmanns und den Vorstand nehmen zu können.

Generationen haben dafür gekämpft mitbestimmen zu können und beinahe schaut es so aus als wäre dieser Kampf umsonst geführt worden. Der Anteil der Nichtwähler ist erschreckend hoch. Es mag Gründe geben die viele Menschen davon abhalten wählen zu gehen, allerdings sollte man sich dessen bewusst sein, dass damit wenig erreicht werden kann. Die notwendige Veränderung im Tourismus kann nur gelingen, wenn alle die eine Veränderung wollen auch tatsächlich wählen gehen.

Bei der Tourismuswahl im Jahr 2012, bei der das Team Osttirol erstmals angetreten ist lag die Wahlbeteiligung bei nicht einmal 30%. Wie können wir etwas verändern oder mitgestalten, wenn dieses Recht wählen zu dürfen auch heuer nicht genutzt wird?

Ich bitte euch daher alle, euer Wahlrecht am 18.12.2017 zu nutzen! Ich möchte euch auch darauf hinweisen, dass es im Jahr 2015 zu einer Gesetzänderung gekommen ist. Bei der heurigen TVB Wahl kann nicht mehr mittels Vollmachten gewählt werden. Jeder Stimmberechtigte muss sein Wahlrecht persönlich wahrnehmen, kann dies aber die Woche vor der Wahl täglich im TVB Büro in Lienz, Sillian & Matrei tun.

Wir bitten und appellieren an alle ihr Wahlrecht bei der Tourismuswahl wahrzunehmen. Es zählt jede Stimme, wenn wir einen neuen erfolgreichen Weg im Osttiroler Tourismus beschreiten wollen. Alles Liebe und bis bald hier zu unserem nächsten Blog.


Euer Martin Gratz